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…da gehe ich lieber zum Zahnarzt!

…da gehe ich lieber zum Zahnarzt als zum Fotografen

wie oft habe ich das in den 29 Jahren, die ich mittlerweile als Fotografin arbeite, gehört und es ist nie aus der Mode gekommen 😉

Raphaela Simon
Raphaela Simon


Hier innerhalb des BESTSHOT-Blogs möchte ich  Euch die Möglichkeit geben meine persönliche Fotografen-Philosophie kennenzulernen, hier erfahrt Ihr wie ich fotografisch ticke, was Ihr von mir erwarten könnt 🙂

Vorweg ein paar Gedanken zum Menschen als Foto-Motiv und warum wir Menschen genau das Motiv Mensch so interessant finden…

Nichts interessiert uns Menschen mehr als andere Menschen.
An Menschen wiederum selbst spricht uns, mehr als alle anderen Reize, am Meisten das Gesicht an.

Blicke ziehen Blicke an
Die Augen spiegeln unsere Stimmungen, unsere Gefühle wider. Sie sind das oft zitierte Fenster zur Seele.

Tatsächlich liegt es in unserer Natur, vieles von den Augen und der umliegenden Mimik ablesen zu können.
Wir sehen ob ein Mensch glücklich oder traurig ist, ob er uns wohlgesonnen oder aggressiv gegenüber steht, aber auch ob er voller Selbstvertrauen steckt oder schüchtern und ängstlich ist. 

Gesicht und direkter Blickkontakt
Je mehr das Gesicht das Bildformat füllt, desto mehr rücken körperliche Eindrücke und Attribute in den Hintergrund. Der Blick in die Kamera stellt mit den Betrachter “Blick-Kontakt” her.
Die Aufmerksamkeit des Abgebildeten liegt bei dem Betrachter des Bildes, somit bei mir!
Und wer mag nicht für andere von Interesse sein 🙂

Körpersprache
Aber auch das Lesen von Gesten und Körperhaltung ist uns “ modernen” Menschen nicht abhandengekommen.
Wir bewerten unsere Gegenüber oft unbewußt auf Basis unterschwelliger Eindrücke und Deutungen, dem sogenannten “Bauchgefühl” schon in den ersten Sekunden und Minuten.
Rationale Bewertung von Worten und Taten
gönnen wir nur denen die uns auch näher interessieren,
selbst dann meist nicht Vorbehalt frei.

Jeder weiß eine aufrechte, dem Betrachter zugewandte offene Körperhaltung und ein freundliches Gesicht wirken gewinnend ganz im Gegensatz zu einer reservierten  und auf Unsicherheit schließen lassende Körperhaltung und ein neutraler Gesichtsausdruck dazu.

Meine Aufgabenstellung als Portraitfotografin
Nicht selten sind meine Kunden im Vorgespräch zwar aufgeregt aber eigentlich noch ganz locker und unverkrampft.

Sobald sie sehen, dass ich die Kamera hochnehme, vergeht ihnen dann im wahrsten Sinne des Wortes das ungezwungene Lächeln, das sie eben noch im Gesicht hatten.
Unsicherheit wie man sich am Besten vor der Kamera verhält oder Angst am fertigen Foto nicht gut auszusehen, befällt nicht Wenige dann schlagartig.

Selbst ein “einfaches” Passfoto machen zu lassen, erzeugt bei so manchem erst einmal einen gehörigen Adrenalinschub.

Anspannung manchmal vielleicht auch nur für den Moment oder Augenblick zu lösen,
lockere souveräne Gesichtsausdrücke einzufangen,
dazu gehört viel Einfühlungsvermögen und Motivationsgeschick.
Ich habe es mir zur lieben Gewohnheit gemacht nach Vorlieben, Abneigungen und Wünschen betreffend des Fotos und des fotografiert werdens zu fragen.

Für mich ist es wichtig zu erfahren wie jemand wirken möchte,
was man an sich mag, was betont werden
oder vielleicht aber auch verborgen bleiben soll. 

Es macht einen riesen Unterschied ob man Erwachsene,
Jugentliche, ältere Generationen oder Babys fotografiert. 
Jedes Alter hat “fotografisch” so seine Vorteile aber auch Macken 😉

Kinder sind oft völlig unvoreingenommen und locker vor der Kamera, manchmal aber auch extrem schüchtern und weinerlich.
Jungendliche und junge Erwachsene haben oft
sehr hoch gesteckte Erwartungen, die sie erfüllen wollen.

Mit zunehmendem Alter kann auch der Alterungsprozess der Haut eine Rolle spielen. Aus Angst vor zu vielen Falten am Foto wird vielleicht von einem gewinnenden selbstbewussten Lächeln oder Lachen Abstand genommen…

Dazu mischt sich dann noch der individuelle Charakter,
das Selbstvertrauen und die individuelle Lebenserfahrung
mit all den Stärken und Schwächen in sämtlichen Schattierungen.

Aber auch Konventionen oder Vorstellungen,
wie ein Foto auszusehen hat, können eine Rolle spielen.

Neben meiner Erfahrung und dem Wissen was gut aussieht,
ist es ebenso essentiell für mich herauszufinden was meinen Kunden gefällt. Das ist für mich die Basis, das Fundament, auf dem die weitere fotografische Arbeit dann aufsetzt.

Die Schönheit und was gefällt,
liegt nun mal ganz individuell im Auge des Betrachters 😉

Oft sitzt schon eine der ersten Aufnahmen,
manchmal braucht es dafür auch ein wenig Zeit,
bis die erste Aufregung verflogen und der erste Adrenalinstoß verpufft ist. Dazu fließt parallel meine Routine und mein Know How im Umgang mit Licht- und Schattenwirkung mit ein. 

Die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Bildgestaltung zu nutzen, Hilfestellung im Posing zu geben, Motivationsgeschick und diese Bausteine auch gekonnt und schnell in lockerer Atmosphäre miteinander zu kombinieren, zeichnet den erfahrenen Profi aus – wie wohl in jedem Handwerk.

Selbst wenn die Bilder im schon Kasten sind gibt es noch Einiges abzustimmen. Wie die Beautyretusche ausfallen darf oder soll,  auch das muss besprochen werden. Mal ist weniger mehr, mal wird es umgekehrt gewünscht. Nicht selten verschwindet noch eine Hemdfalte oder eine hartnäckige Haarsträhne der mit sanften Mitteln nicht beizukommen war. 
Die Bildbearbeitung im Anschluss an die Fotografie macht die Fotos perfekt.

Mir ist es wichtig, dass sich jeder bei mir im Studio wohlfühlt und mit den fertigen Bildern „happy“ ist.
Das zu erreichen ist mein Anspruch.
Das herzliche und begeisterte/positive Feedback dass ich bekomme
bestärkt mich genau so weiterzumachen!

Übrigens, bei mir verursacht ein Besuch beim Zahnarzt immer
einen mega Adrenalinausstoß! 😅